reingeschlüpft

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Ich habe die Befürchtung, dass es in diesem Beitrag ganz unstrukturiert zugehen wird und ich mich am Ende ärger, dass ich nur die Hälfte von dem, was mir im Kopf herum schwirrte, nieder geschrieben habe. Dieses Thema ist auch einfach so komplex und von so viele Seiten zu beleuchten, dass man ihm nicht einmal ansatzweise gerecht werden kann. 

„You don’t always need a plan. Sometimes you just need to breathe, trust, let go, and see what happens.“

Für die, die gerade zufällig auf meinem Blog gelandet sind und auch für die, die seit längerem mal wieder völlig überrascht vorbei schauen und sich wundern, dass hier ja doch noch etwas passiert ist: ich habe im letzten September mein Studium im Bereich Grafikdesign / Kommunikationsdesign / Advertising Design (es hat so viele Namen, letztendlich läuft es doch auf das gleiche hinaus) abgeschlossen und mich nun dafür entschieden, dass dieser Weg hier für mich endet und ich mich abseits der großen Haupstraße nach kleinen, für mich viel passenderen Pfaden umsehe.

Vielleicht steht ihr gerade sogar vor der Entscheidung Design zu studieren, vielleicht hibbelt ihr gerade auf eurem Stuhl herum, weil ihr sehnsüchtig auf eine Antwort bzgl. eurer abgegeben Mappe wartet. In euch steckt mit Sicherheit ein großer Haufen Kreativität, der Wunsch, eure Umgebung etwas schöner zu gestalten, etwas mit euren Fähigkeiten zu schaffen. Weil ihr es könnt, weil es euch Spaß macht. 

Die Medienbranche lockt natürlich mit der Zukunft, wir werden tagtäglich mit mehr und mehr Medien überschüttet, es ist unmöglich vor die Tür zu treten und nicht von einem Haufen Werbung erschlagen zu werden. Ich kann mir aber vorstellen, dass auch ihr die meiste Werbung als nervig betrachtet und den Wochenendprospekten in eurem Briefkasten keinerlei Aufmerksamkeit schenkt. Ihr illustriert, fotografiert, zeichnet alles, was eure Fantasie her gibt, schafft wunderschöne, liebevoll gestaltete Werke mit viel Inhalt und viel Liebe zum Detail. 

Das Studium ansich habe ich als sehr kreativ und frei erlebt. An meiner Hochschule gab es keinerlei Klausuren, kaum Theorie, dafür ganz viele freie Projekte, bei denen Kreativität gefragt ist. Man entwickelt sich weiter, findet im besten Fall seinen eigenen Stil, kann seine Persönlichkeit formen (für mich übrigens eins der wichtigsten Aspekte eines Studiums. Die persönliche Entwicklung!) und hat einen unglaublichen kreativen Freiraum, der von den Dozenten unterstützt wird. 

Tja und so wird man anschließend auf den Markt losgelassen. Voller Illusionen, Ideen und Kreativität. Das war bei mir übrigens nicht ganz so der Fall und spätestens hier hätte mir klar sein sollen, dass es für mich nicht weiter geht. Ich habe mich nicht voller Freude ins Berufsleben gestürzt, sondern eher aus Verlegenheit nach möglichen Praktikumsstellen gesucht. Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich mir sowohl den Alltag in einer kleinen Agentur, als auch in einer internationalen großen Agentur ansehen konnte und beide Seiten kenne. Ich möchte an dieser Stelle auch sagen, dass meine Erfahrungen nicht allgemein geltend sind und ich auch darauf hoffe, dass es Ausnahmen gibt. Vielmehr rühren meine negativen Gefühle von meiner Persönlichkeit her, die nicht zu dieser Art des Berufslebens passt. Aber das ist okay, zum Glück gibt es für jeden Topf einen Deckel.

So, wie sieht denn nun die Berufswelt aus? Viele schwirren anschließend in das Agenturleben (so wie ich), denn das ist ja so pompös, voller Partys, ständig aufregend und easy (na? zu viel Mad Men geschaut?). Nein, das ist es nicht. Letztendlich bleibt von eurer Kreativität nicht mehr allzu viel übrig. Viele Firmen haben bereits ihre Corporate Identity, die stets befolgt werden muss. Der Kunde, der immer am längeren Hebel sitzt, hat zwar keine Ahnung von Gestaltung, aber dafür unglaublich viele Vorstellungen, wie es werden soll. Ihr seid permanent dabei den Wünschen anderer zu entsprechen und dabei immer freundlich zu lächeln und eure eigenen, persönlichen Ideen hinten an zu stellen. Natürlich sind Ideen gefragt, aber meist entsprechen diese niemals dem eigenen Anspruch, sondern oft dem der Kunden. Meiner Meinung nach ist auch genau das das Problem von schlechter Werbung: man ist zu konservativ, nicht neugierig und offen für Neues. Man siebt bereits vorher gute Ideen aus, da man diese schon zu Anfang verwirft. An dieser Stelle verweise ich ganz gerne auf einen wunderbaren Comic, der den Schaffungsprozess sehr amüsant und realistisch beschreibt:
„How a web design goes straight to hell“.

So, da habt ihr eure eigenen Ansprüche, euren eigenen Stil schon mal Zuhause gelassen und nun müsst ihr eure ganze Energie mit Herzblut in eine Gestaltung stecken, die euch  vielleicht sogar widerstrebt. Wenn ihr Glück habt, folgen unzählige, sinnlose und zeitraubende Korrekturschleifen, die man sich hätte ersparen können, wenn der Kunde effektiv geplant hätte. Wer pünktlich kommen und gehen will und sich so etwas wie ein Privatleben vorstellt ist MEISTENS völlig fehl am Platz (in den wenigsten Agenturen gibt es einen Überstundenausgleich. Wenn es einen gibt, muss man trotzdem mit unregelmäßigen Arbeitszeiten rechnen. Je nach Bedarf und Zeitplanung gibt es durchaus 60/70/80h Wochen, hat dafür aber auch mal eine Woche frei). Wenn überhaupt startet das Arbeitsleben um 9 Uhr, die meisten kommen erst gegen 10Uhr, da man die Nacht zuvor mal wieder bis 23 Uhr oder 0.00 oder gar 2.30 Uhr arbeiten musste. Wochenendarbeit ist durchaus nötig (Feiertagsarbeit evtl. auch).

Lange Rede kurzer Sinn: wenn ihr euch frei entfalten und kreativ sein wollt ist dieser Job nicht unbedingt das Richtige für euch. Es geht viel mehr um ein Handwerk, eine Dienstleistung, die zu erfüllen ist, die am Ende nicht mehr viel mit dem eigenen Ästhetikempfinden zu tun hat. Magazine von Aldi und Poco wollen gestaltet werden und am Ende sind es genau diese großen Kunden, die Geld einbringen.

Wer sich kreativ entfalten möchte hat noch die Möglichkeit sich selbstständig zu machen (womit ich mich nicht weiter beschäftigt habe, da ich ein Sicherheitsmensch bin) und wer lieber geregeltere Arbeitszeiten hat und seine kreativen Ansprüche noch weiter zurückschrauben will, kann sich auf der Unternehmensseite in Marketingabteilungen umsehen. Das habe ich zumindest so gehört, da ich mich allerdings nur in Agenturen rum getrieben habe, kann ich anderen Kollegen diesbezüglich nur nach dem Mund reden. 

Der Job ist in meinen Augen nur für Menschen gemacht, die sich dieser Aufgabe mit Herzblut stellen wollen, denn angesichts der Arbeitsbedingungen (hohes Arbeitsaufkommen, temporäre Höchstleistungen, geringes Gehalt) findet man ansonsten keine Motivation weiter zu machen. Für wen es das Größte ist, nach durchzechten Nächten mit dem tollen Team sein Werk im Fernsehen, in der Stadt oder in Zeitschriften zu sehen,  bei dem kann ich mir vorstellen, dass man in diesem Beruf seine Erfüllung finden kann. Wenn man seine Energie aus dem eigenen Stolz zieht, der einen die Hölle der letzten Wochen vergessen lässt. Das Gefühl, durch Teamarbeit und Zusammenhalt gemeinsam etwas geschaffen zu haben, das von nun an viele Menschen sehen werden. 

Positiv anrechnen muss ich der Branche, dass die Hierarchien sehr flach sind, der Zusammenhalt der Kollegen groß ist und man einen großen Teamgeist entwickeln kann. Aber mir hat das nicht gereicht. 

Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr sie mir jeder Zeit stellen. Gerne unter meinem Beitrag, aber auch per E-Mail.

Alles Liebe!

PS: am besten lese ich es nicht noch einmal, mit Sicherheit habe ich über die Hälfte von dem vergessen, was mir am Anfang des Textes in den Sinn kam. Um euch nicht zu überlasten, belasse ich es einfach bei den „paar Informationen“. Und es tut mir Leid, dass ich es nicht zu einer abgebrühten Pro/Contra Liste geschafft habe. Dafür ist das Thema für mich doch noch zu emotional.

 

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Dieser Beitrag wurde am Mai 5, 2014 um 22:57 veröffentlicht. Er wurde unter Lifestyle abgelegt und ist mit , , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

12 Gedanken zu „*

  1. Also ich finde diesen Beitrag alles andere als unstrukturiert, sondern sehr ehrlich und bewundernswert! Einfach total interessant auch mal etwas von ‚Hinter den Kulissen‘ zu hören. Und ich finde das Zitat vom Bild sehr, sehr schön und auch richtig – manchmal muss man halt erst scheitern, um seinen richtigen Weg zu finden und das sehr schätzen zu können. Das ist doch nicht schlimm, solange man nicht aufgibt und weitermacht ist doch alles gut. Ich mag deine Einstellung sehr und hoffe für dich, dass du baldigst die Erfüllung im Job findest, nach der du suchst!

    • Vielen vielen Dank für deine lieben Kommentare! Das tut so gut und ich bereue diese Entscheidung wirklich keine Sekunde :-) In diesem Sinne: auf auf in die frohe Zukunft! ;-) Alles Liebe!

  2. sehr ehrlicher Beitrag. arbeite selbst in einer Agentur, allerdings im redaktionellen/kaufmännischen Bereich und glücklicherweise mit geregelten Arbeitszeiten ohne große Überstunden (auch wenn ich weiß, dass das nicht der „Normalfall“ ist). kann aber das was du schreibst aus meiner Erfahrung nur bestätigen – es geht nicht darum, sich selbst kreativ auszuleben, sondern die Vorstellungen des Kunden umzusetzen. große Freiheiten hat man bei der Gestaltung meist nicht und wer wirklich ein „künstlerischer Freigeist“ ist, wird in diesem Job eingehen. auf der anderen Seite steht wie du schon sagst das greif- und vor allem sichtbare Ergebnis am Ende, auf das man stolz sein kann. so wie du es beschreibst, kann ich mir absolut vorstellen, dass es nichts für dich ist, aber wie du schon sagst, zumindest hat man die Erfahrung gemacht und weiß jetzt, was man nicht will :) wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg bei deinen neuen Zielen und das du einen Job findest, der dich glücklich macht. das ist am Ende auch einfach mit das wichtigste, schließlich verbringt man einen Großteil des Tages mit Arbeit und was einen auf Dauer da unglücklich macht, wirkt sich auch auf den Rest des Lebens aus.

  3. Sandra sagte am :

    Ich arbeite auch in einer Agentur, allerdings eher auf der Projektmanagementseite und kann deine Erfahrungen auch nur vollkommen bestätigen. Es ist wirklich schade, dass viele tolle, begabte und kreative Menschen sich nicht ansatzweise entfalten können, denn wie du es beschrieben hast, hat der Kunde oft schon vor dem Schaffensprozess allzugenaue Vorstellungen vom Ergebnis. Ich bin ebenso der Meinung man sollte den Mut haben sich aus dem zu befreien, was einen unglücklich macht, auch wenn das manchmal wirklich sehr schwerfällt und Zukunftsängste schürt. Ab Juni wechsele ich in einen neuen Job, nicht mehr auf Agenturseite, das habe ich ganz bewusst so gewählt. Ich wünsche dir alles, alles Gute für deine berufliche Zukunft und ich bin mir sicher du findest etwas, das dir mehr Freude bereitet!

  4. Toller Einblick und Bericht. Obwohl ich nichts in dieser Richtung mache oder machen möchte, habe ich deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen und danke dir für die Beschreibung deiner Erfahrung. Ich hoffe, dass du noch das Passende findest und ganz zufrieden und glücklich damit wirst. 😊

    • mondsteinchen sagte am :

      Sehr ehrlich und sehr interessanter Bericht! Ich selbst mache beruflich zwar nichts in dieser Richtung, kann aber deine Einblicke und deinen Bericht trotzdem komplett so bestätigen, denn ich habe alles hautnah bei meiner Tochter mitbekommen und miterlebt. Sie hat haargenau die gleichen Erfahrungen gemacht wie Du und hat mir alles genau so geschildert. Sie war ziemlich enttäuscht von der Realität Ihres heiß gewünschten Traum-Berufs, den sie sich schon immer gewünscht hatte zu erlernen. Meine Tochter hat sich inzwischen beruflich komplett anders orientiert und dies nicht bereut!
      Ich wünsche Dir ganz viel Glück und Erfüllung für deine Zukunft.

  5. Melanie sagte am :

    Ich hatte auch überlegt in Richtung Design zu studieren und mich praktisch in letzter Minute für ein BWL-Studium entschieden. Ich bereue meine Entscheidung nicht, da ich denke, dass das Kreative eher mein Hobby bleiben soll, dem ich nachgehen kann, wenn mir danach ist. Mal schauen, wo es mich nach dem Studium letztendlich hinzieht.
    Fand es aber total interessant deine Sicht der Dinge zu lesen und wünsche dir, dass du deinen Traumjob bald findest! :)

  6. PippiLotta sagte am :

    Ich bin zwar in einer komplett anderen Branche unterwegs, habe aber ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich habe immer auf das Ziel hingearbeitet als Wissenschaftlerin in der Medizintechnik zu forschen. Während des Studiums habe ich schon in diese Bereiche hereingeschnuppert und gemerkt dass das nicht zu mir passt.
    Tja trotzdem habe ich den Wunsch nach dem Abschluss weiterverfolgt und bin in einer perfekt passenden Stelle gelandet, so nah am Menschen ist man in kaum einem Bereich der Medizintechnik, die Kollegen sind super. Nach einem halben Jahr hab ich aber gemerkt, ich bin keine Wissenschaftlerin, das alles nervt mich.
    Also hab ich mich hingesetzt und in Gedanken gesammelt was mir wirklich Spaß macht und nach Stellen gesucht. Den neuen Arbeitsvertrag habe ich vor kurzem unterschrieben und bin gespannt wie es wird, ob ich das passende gefunden habe.
    Ich werde praktischer arbeiten und kundenorientiert, ein wenig kreativ und um die Ecke denkend und sehr zielorientiert.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche!

  7. Ich kann dir voll und ganz zustimmen. Ich habe nach meinem Abitur eine Ausbildung zur Kauffrau für Marktetingkommunikation in einer Werbeagentur gemacht. Die 2,5 Jahre waren total Quälerei und ich habe nur darauf gewartet, dass ich endlich diese Branche verlassen kann. Es ist eine unglaubliche Ausbeuterei. Es wird ja noch nicht mal gedankt, wenn man Überstunden macht, das ist einfach ganz normal. Und wenn man mal pünktlich gehen will, wird man direkt schief angeguckt. Die meisten Agenturen basieren dann auch noch auf Auszubildenden und Praktikanten um möglichst günstige Arbeitskräfte zu haben, die sich eh alles gefallen lassen müssen. Wie du siehst, rege ich ich mich auch noch 5 Jahre nach meinem Ausbildungsende wahnsinnig darüber auf. Ich habe so in dieser Agentur gelitten, das wünsche ich wirklich niemanden. Jetzt bin ich dabei meinen Master of Education für Bio und Chemie zu machen und versuche meine Kreativität in meinem Privatleben einzubringen und als Hobby zu sehen. Ich kann also total verstehen, dass du einen anderen Weg einschlägst. :) Ganz liebe Grüße!

  8. Neele sagte am :

    Hallo :), erstmal danke, dass du hier deine Erfahrungen mit uns teilst.

    Darf ich fragen, ob du auch den Master in dem Bereich gemacht hast oder nur den Bachelor?

    Ich bin zur Zeit im 5. Semester meines Studiums und es wird auch immer schlimmer. Die Noten stimmen, aber ob ich die Charakterfestigkeit und das Durchsetzungsvermögen später haben werde in meinem Beruf, das ist ungewiss.

    Nach dem Abitur stellt man sich alles so einfach vor, man studiert, und dann verdient man viel Geld in einem tollen Beruf. Bereits im ersten Semester habe ich wie du gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Hatte auch erst körperliche Beschwerden und bin in Therapie gegangen.

    Nun bin ich im 5. Semester und zweifel immer mehr an meinem Lehramtstudium…Da ich aber nicht noch einmal Bafög kriege spiele ich mit dem Gedanken halt jobben zu gehen und ein Architekturstudium zu beginnen.
    Da sind die Jobchancen ja auch nicht so toll! Ich finde es einfach schwer und frage mich oft, was bei mir falsch gelaufen ist, dass ich einfach keinen „Traumjob“ finde.
    Das du auch bei glamunity geschrieben hast, dass für 98% der Menschen ein Job eben nur das Mittel zum Zweck ist, dieser Satz hat mich echt zum nachdenken gebracht! Und ich finde du hast da so recht.

    Ich glaube ich habe mir selbst total den Druck aufgebaut, dass der Job mich total erfüllen muss usw..Einerseits zumindest.
    Nun gut, jetzt bin ich auch seit Monaten auf der Suche nach einer ALternative. ICh studiere halt unheimlich gerne, und eigentlich will ich das nicht missen. Jedoch bin ich naturwissenschaflich, also Mathe, Physik Chemie, all diese Fächer liegen mir überhaupt nicht. Und ein Geisteswissenschaftliches Studium oder Architektur sind alles Studiengänge, bei denen man eventuell am Ende echt kaum was verdient.

    Es ist echt schwer was zu finden, Dennoch hat mir dein Text sehr viel Mut gemacht. Es gibt auch wichtigere Dinge als Beruf! Danke dafür. Ich wünsche dir noch eine schöne Woche!:)

    • Ach Mensch ja, ich finde mich in dem was du schreibst sehr gut wieder.

      Der Gedanke, die nächsten 40 Jahre zu arbeiten und dabei nicht glücklich zu sein, scheint einen gar ohnmächtig zu machen. Ich habe nur den Bachelor gemacht, mich (zum Glück!) nicht direkt im Anschluss beworben, sondern erstmal Praktika dazwischen geschoben. Dass ich mich nicht direkt beworben habe zeigt mir erneut, dass mich das Studium ohnehin nicht gepackt hat – denn sonst hätte ich mich ja wohl bemüht.

      Leider hast du keine E-Mail Adresse da gelassen, sonst hätte ich dir darüber geantwortet, aber jetzt wird’s hier mal ausführlicher:

      Der Sprung ins Berufsleben nach dem Studium ist für die meisten einfach schwer. Für mich auch, keine Frage und ich denke, dass es mir auch in meinem Traumjob schwer gefallen wäre. Eben weil einem diese große Freiheit fehlt, die man so lieben gelernt hat. Aber es würde einen nicht so fertig machen. Es wäre okay, man würde damit klar kommen, aber man würde nicht schon das ganze Leben an sich vorbei ziehen sehen und sich wünschen, bereits Rentnerin zu sein. Ja, das habe ich in der letzten Zeit leider schon viel zu oft gedacht.

      Hast du die Möglichkeit in ein paar Berufe durch Praktika reinzuschnuppern? Ich zB mache gerade ein Praktikum in der Schule, weil ich den Lehrberuf in betracht ziehe ;-) Du willst da raus, ich will da eventuell rein. So verschieden sind die Menschen.

      Es hilft auch unheimlich zu wissen, was man NICHT will. Vielleicht beginnst du damit. Ich weiß zB ganz stark, was ich auf keinen Fall mehr möchte und rolle das ganze Thema also von einer anderen Seite auf, grenze ein, verwerfe und mache meinen Kreis von Möglichkeiten immer enger.

      Denk auf jeden Fall nie es sei zu spät noch einmal neu anzufangen, denn es zählt, dass du glücklich bist. Du hast nur dieses eine Leben, das man nicht damit verbringen sollte, sich zu quälen. Vielleicht setzt du ein Semester aus und orientierst dich nochmal, machst Praktika und löst sich ein wenig vom Studium, um einen freien Kopf zu bekommen.

      Ich wünsche dir alles Gute und du kannst mich auch gerne in besagtem Forum privat anschreiben ;-)

      • Neele sagte am :

        Oh ich finde das so unfassbar lieb von dir, dass du mir so schnell auch so ausführlich geantwortet hast. Danke, danke. Es bedeutet mir viel, mich mit dir da auszutauschen, da es mir an manchen Tagen einfach die Luft nimmt. So fühlt es sich zumindest an, irgendwie hab ich keine Luft zum Atmen, wenn ich an die Zukunft und an Berufe denke.

        Ich werde dir morgen mal ausführlicher im besagten Forum privat antworten, was ich zur Zeit so für mich plane. :)

        Bis dann <3

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