reingeschlüpft

How to succeed at university…

… indem man es zumindest organisiert versucht hat.

Heute geht es mal nicht um Mode und diejenigen, die schon arbeiten und froh sind, nicht mehr für Prüfungen lernen zu müssen, können getrost wegklicken, denn dieser Beitrag wird wohl hauptsächlich für Studenten interessant sein.

Warum auch immer (ich bin denke ich bei Weitem kein Lernvorbild), fragten mich einige von euch zu meinen Lernmethoden in meinem Psychologiestudium. Dazu muss ich direkt von Anfang an sagen, dass sich da noch nicht 100%ig etwas rauskristallisiert hat und ich mich noch immer in meiner Testphase befinde.

Sicher ist, dass ich am besten mit Karteikarten lerne, bzw. mit einzelnen Folien, auf denen nicht viel drauf steht. Viele schreiben sich ja seitenlange Zusammenfassungen und schwören darauf, doch sobald ich eine DinA4 Seite in den Händen halte, die nur vor Inhalt strotzt, bin ich absolut überfordert und denke mir jedes Mal „Wow das ist so viel, das kann ich niemals alles lernen“. Wenn ich dann aber eine kleine Karte in der Hand halte, auf der meinetwegen nur  1-5 Begriffe draufstehen, dann geht das viel leichter in meinen Kopf rein, weil man immer „häppchenweise“ lernen kann und es gar nicht so viel erscheint (die Dicke des Haufens ignoriere ich dann ganz gekonnt).

Aber bevor man sich für eine solche Methode entscheidet, ist es denke ich wichtig, für sich herauszufinden, welchem Lerntyp man angehört. Ich lerne am besten visuell.  Indem ich lese, male, schreibe und mir alles nochmal selbst erzähle, als würde ich einen Vortrag halten. Dies ist auch der Grund, warum ich nicht in der Bib lernen kann. Da kann ich zwar (einigermaßen) produktiv nachbereiten und zusammen schreiben, aber ich kann mein Wissen dort nicht vertiefen.

Vielleicht lernen einige von euch aber auch, indem sie anderen zuhören, dann ist die gleich von mir gezeigte Methode natürlich eher weniger etwas.

Um es gleich vorweg zu sagen, die Methode habe ich mir von Julius abgeschaut und bin ihm unendlich dankbar, dass er auf Psystudents diesen Beitrag verfasst hat, ansonsten wäre ich niemals auf die Idee gekommen, alles so effizient zusammen zu tragen. Eigentlich hat sich mein Beitrag auch schon erledigt, falls ihr seinen lesen wollt, aber ich bin jetzt mal konsequent und erzähle nochmal ein wenig von mir dazu.

 

Voraussetzungen

Nicht jeder Studiengang eignet sich für diese Lernmethode. So wird es keinem Mathematiker etwas bringen, sich jede Folie auszudrucken und auswendig zu lernen. Diese Methode ist tatsächlich nur für die Studiengänge sinnvoll, in denen in ziemlich kurzer Zeit ziemlich viel auswenig gelernt werden muss. Bulimie-Lernen, wie es so schön genannt wird. Wichtig hierfür ist auch, dass euch die Folien eurer Vorlesung zur Verfügung stehen, wenn ihr nur ein fertiges Skript bekommt, gestalten sich die nächsten Schritte eher schwierig, wenn auch nicht unmöglich.

Was brauchen wir?

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Wir brauchen: Das ausgedruckte Vorlesungsskript, einen Tacker, einen Cutter und ein Lineal (wenn möglich 30cm, meins treibt mich – abgesehen davon, dass ich aus versehen ein Linkshänderlineal gekauft habe – regelmäßig in den Wahnsinn ). Ideal wäre ein Hebelschneider, den ich mir in den nächsten Monaten definitiv auch noch anschaffen werde. Das erleichtert einiges an Schneidearbeit und geht wesentlich schneller (und kostet weniger Nerven).

 

Vorbereitungsphase

Mit der Vorbereitungsphase meine ich diejenige Phase, in der ihr noch nichts bastelt, sondern in der ihr euch, möglichst vor der Vorlesung (sofern eure Dozenten es auf die Reihe bekommen, oder so nett sind, sie zuvor hochzuladen), die gesamten Vorlesungsfolien ausdruckt, immer 4 Folien auf eine DinA4 Seite. Wenn ihr schon vorher einmal drüber schauen wollt (so als übereifrige Studenten), könnt ihr natürlich direkt unwichtige Folien (Gliederungen, Zwischenüberschriften, Fragefolien) ausklammern und nicht drucken, das spart Papier und Druckerpatronen. Ich empfehle euch auch in schwarz-weiß auszudrucken, sofern keine Gehirnareale oder sonstige Sachen erklärt werden, bei denen eine Farbunterscheidung von Vorteil ist.

Diese Folien nehmt ihr dann mit in die Vorlesung und ergänzt sie mit den Erzählungen des Dozenten, denn nicht immer sind die Folien unbedingt selbsterklärend. Sollte es auch der Dozent nicht möglich machen, euch mit den nötigen Informationen zu versorgen, solltet ihr euch möglichst relativ zeitnah zur Vorlesung (ich weiß, das ist nicht immer möglich) darum bemühen, mit der ggf. gegebenen Basisliteratur aufzuarbeiten. Das ist mühsam, aber allein dieser Vorgang trägt enorm dazu bei, dass ihr euch die Inhalte schon einmal gut merken könnt.

Genau so sieht es auch in der Vorlesung aus. Viele setzen sich hinein, schaffen es die ersten 10min zuzuhören, driften dann in ihrem Handy oder Laptop ab und bekommen nur noch bruchstückhaft mit, worum es da geht. 1 1/2 Stunden haben sie trotzdem verschwendet. Und so versuche ich mich wirklich zusammenzureißen, diese 1 1/2 Stunden so aufmerksam wie möglich zu sein. Natürlich gibt es Vorlesungen, in denen selbst Aufmerksamkeit lediglich Fragezeichen verursacht und ich mich auch dabei erwische, wie ich zum 20. Mal mein Handy aus der Tasche krame. Aber im besten Fall schreibe ich wirklich die volle Zeit mit und habe dann alles schon einmal gehört. Denn egal, wie ihr diese 1 1/2 Stunden verbringt, ihr verbringt sie sowieso dort. Und diese Zeit könnt ihr auch einfach nutzen, um euch später einiges an Nacharbeit zu ersparen (hätte ich in der Schule doch auch schon so gedacht…).

Der Bastelvorgang

Keine Angst hierfür müsst ihr nicht besonders talentiert sein. Es wäre aber definitiv von Vorteil, wenn ihr relativ sicher mit dem Cuttermesser umgehen könnt, ich möchte keine Verletzten sehen!

Die DinA4 Seite mit 4 Folien schneidet ihr nun einfach auseinander, sodass ihr pro Blatt die 4 Folien einzeln vorliegen habt. Das macht ihr dann für die gesamte Vorlesung (legt am besten 5-7 Seiten übereinander und trennt sie gleichzeitig, das erspart Zeit und Arbeit) und anschließend könnt ihr die Folien in Themengebieten zusammen tackern.

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Im letzten Semester habe ich mir für zwei Fächer Karteikarten geschrieben und auf jeder Karteikarte immer einen Begriff gehabt. Dies war zwar wunderbar, um diesen Begriff wirklich zu vertiefen und ihn garantiert zu können, doch fiel mir gerade gegen Ende immer wieder auf, dass ich ihn dadurch vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen hatte. Die Karteikarten mischt man meistens ja, um nicht nach der Reihenfolge zu lernen, sondern wirklich zu wissen, was der Begriff bedeutet. Doch ich verlor den Überblick über das große Ganze und konnte übergreifend nur schwer reflektieren. Indem ihr Themengebiete zusammen fasst, habt ihr immer alles im Blick.

Links seht ihr meinen derzeitigen Haufen nach nur 4 Wochen Uni, rechts eine Vorlesung, die ich jetzt auch dort einsortieren werde. Der Stapel wächst und wächst.

Um auch immer zu wissen, was wozu gehört, beschrifte ich jeden Themenblick mit der Vorlesungszahl und der Reihenfolge in dieser Vorlesung oben links. Selbst wenn ihr mal etwas durcheinander bringt (was bei so vielen Stapeln nur zu leicht passiert), könnt ihr euch immer wieder zurecht finden.

Um euch das ganze zu erleichtern, sind verschiedene Farben für jede Vorlesung super. Meist hat man ja direkt von Anfang an schon jedem Fach eine Farbe zugeordnet. Statistik war für mich z.B. von Anfang an auf jeden Fall blau, Neuroanatomie auf jeden Fall grün – warum auch immer.

Ziel dieses ganzen Vorgangs ist es, die Vorlesungen so gut auf- und nachzubereiten, dass ihr in der akuten Lernphase tatsächlich „nur“ noch lernen müsst. Mehr nicht. Kein panisches Zusammenfassen mehr, keine verzweifelte Suche nach guten Mitschriften. „Nur“ noch lernen.

(im letzten Semester habe ich erst mit dem Karteikartenschreiben angefangen, als die Prüfungszeit schon längst begonnen hatte und für jedes Fach hat mich das gut eine Woche Zeit gekostet, bis ich dann überhaupt erstmal an dem Punkt war, alles zu lernen. Das möchte ich nicht wieder erleben).

Der Lernvorgang

So, nun ist es endlich so weit. Ihr dürft lernen, jippie! Ich empfehle euch, schon während der Vorlesungszeit zu versuchen, euch einzelne Vorlesungen vorzunehmen und immer mal hier mal da zu lernen. So müsst ihr euch nicht gegen Ende für 5 Prüfungen je 12 Vorlesungen reinprügeln, sondern habt vielleicht bis dahin schon die Hälfte geschafft und müsst nur noch wiederholen. Das ist zumindest mein theoretischer Plan, so ganz geht er noch nicht auf, weil die Nachbereitung doch mehr Zeit frisst, als ich erwartet hatte.

Dadurch, dass ihr euch einzelne Themengebiete geschaffen habt, könnt ihr das ganze wie Karteikarten handhaben. Diejenigen, die gut sitzen, kommen auf Stapel A, diejenigen, die eher solala sind auf Stapel B und Stapel C ist der „ich-habe-noch-überhaupt-keine-Ahnung-was-ich-da-eigentlich-mache“-Stapel.

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Am Ende eines jeden Themenblocks kann man sich Fragen notieren, die man mit diesen Folien beantworten kann. Hier seht ihr zum Beispiel die Fragen aus dem Fragenkatalog, den wir für die Prüfung bekommen und aus dem zu 100% für die Prüfung ausgewählt wird. Um mich also immer orientieren zu können und zu wissen, nach welchen Bereichen tatsächlich gefragt wird (Unwichtiges kann man dann direkt aussortieren), schreibe ich sie mir hinten auf.

Ich habe in der letzten Woche schon 3 Vorlesungen gelernt und war wirklich ernstaunt, wie schnell und einfach ich mit dieser Methode Wissen in mich aufnehmen kann. Das liegt vermutlich auch daran, dass ich sehr schnell visuell lernen kann. Ich weiß, wo etwas angestrichen war, wo welche Abbildung lag und welche Wörter zusammen auf einer Folie stehen. Ich orientiere mich quasi an dem Bild in meinem Kopf und kann das ganze dann sehr gut in mein Gedächtnis rufen. Deswegen zeige ich euch noch eine meiner Lernmethoden, die mir zum einen doch ziemlich viel Spaß gemacht hat und für mich ziemlich effektiv war:

Die Mindmap

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Auf den ersten Blick sieht das erstmal verrückter aus, als es ist. Hier ging es um das Fach Geschichte der Psychologie und schon früher war ich eine absolute Niete darin, mir Jahreszahlen und Verbindungen von verschiedenen Personen merken zu können. Da ich mir wie gesagt visuell einiges gut merken kann und auch beim Schreiben an sich gut lerne, habe ich mir innerhalb von 6 Tagen (denn so viel Zeit blieb mir nur noch) 12 Vorlesungen beibringen können. Pro Tag habe ich 2 Vorlesungen in die Mindmap eingetragen, Namen der Personen farbig markiert, mit Pfeilen und Hinweisen die Verbindungen verschiedener Personen dargestellt und mir orange markiert, welche Fragen in vergangenen Klausuren bereits gestellt wurden (das habe ich jetzt nicht gesagt). Die Note war für dieses Fach (wie gesagt, so etwas liegt mir gar nicht) verhältnismäßig gut und ich war sehr zufrieden.

Noch immer kann ich mir die Karte in den Kopf rufen und würde behaupten, dass ich noch immer weiß, wo welche Person steht und was sie grob gemacht hat. Für mich also auch sehr nachhaltig.

Fazit

So, was man damit überhaupt erreichen will: Ich will nicht wieder, wie im letzten Semester, das Semester über nichts tun und am Ende einen übermäßigen riesigen Stress haben. Der wird zwar so oder so kommen, aber ist ein „ich muss das noch lernen“-Stress irgendwie angenehmer als der „ich muss das alles noch ergänzen UND ich muss noch alles lernen“-Stress.

Ziel ist es auch, über das Semester eine Art konstante Leistung zu erbringen, sich vorzubereiten, aber auch nachzubereiten und das Thema immer mal wieder präsent im Kopf zu haben, auch, wenn ihr in dieser Phase noch keine Zeit findet, um alles haargenau auswendig zu lernen. Ihr habt das Thema schon in der Vorlesung gehört, ihr seht es beim Nachbereiten, lest nochmal nach und in der akute Lernphase habt ihr euch bis dahin schon 2x damit beschäftigt und beim 3. Mal wird es dann schon viel schneller gelernt, als wenn ihr es zum ersten Mal seht und euch fragt „WTF?!“

Bisher gefällt mir die Methode sehr gut und ich bin froh, auf den Beitrag von Julis gestoßen sein. In diesem Sinne auch hier nochmal VIELEN DANK JULIUS und euch auch viel Spaß dabei. Vielleicht ist das ja auch eine Methode für euch.

Alles Liebe,
eure reingeschlüpft

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Dieser Beitrag wurde am Mai 14, 2015 um 09:47 veröffentlicht. Er wurde unter Lifestyle abgelegt und ist mit , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

2 Gedanken zu „How to succeed at university…

  1. Ganz ehrlich: Danke!!!!!! Ich schreibe lieber Hausarbeiten, ich hasse Klausuren ganz ehrlich und ih muss dieses Semester zwei schreiben. Du hast mich voll motiviert, denn diese ganzen Folien gingen noch so gar nicht in meinen Kopf. LG.

    • Ah, das ist wunderbar :-) Ich habe zwar noch nie eine Hausarbeit geschrieben, bin aber absolut auch eher der Typ von geplanter Vorbereitung, wie z.B. auch Referate. Da weiß man einfach, was einen erwartet, ähnlich, wie bei einer Hausarbeit. Prüfungssituationen nehmen mich ziemlich mit, deswegen ist das auch immer keine leichte Zeit für mich… ich hoffe, dass irgendwann ein paar Hausarbeiten Klausuren ablösen, aber ich befürchte, dass das ein Wunschtraum bleiben wird. Dir ganz viel Erfolg!

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