reingeschlüpft

“We buy things we don’t need with money we don’t have to impress people we don’t like.”

– Dave Ramsey

 


 

Der Satz hat mich die letzten Tage ziemlich zum Nachdenken gebracht und obwohl ich mich ziemlich motiviert an den Laptop gesetzt habe, um mich ein wenig philosophisch darüber auszulassen, fällt mir gerade nichts mehr dazu ein, weil ich gar nicht weiß, wo ich bei diesem Thema ansetzen soll.

Mir kam ganze sowieso nur in den Sinn, weil ich auf Instagram diesen schönen Post auf meinem Banner gefunden habe, sodass ich ihn direkt nachbasteln musste.

Denn natürlich war es wie ein kleiner Spiegel, der einen vor den Kopf gehalten wird. Natürlich schaue ich jedes Mal ganz gespannt auf mein Handy um zu sehen, ob mein Bild neue „Likes“ oder Kommentare bekommen hat. Natürlich freue ich mich jedes Mal über jedes Herz und jede Sprechblase, die mir Instagram ausspuckt. Aber insgesamt gesehen sitze ich dann trotzdem wieder da und frage mich: „Und? Bist du jetzt glücklich?“

Manchmal ja, manchmal auch nein. Manchmal regt mich Instagram auch auf, wenn ich sehe, wie diverse Apps die Haut glatt bügeln, dass die Gesichter aussehen, als wären sie aus Wachs, gerade Linien plötzlich Kurven haben, weil man noch schnell die letzten zwei Tafeln Schokolade verschwinden lassen will.

Und weil ich natürlich auch Fotos mache, die mich in einem positiven Licht dastehen lassen, haben mich sowohl das Zitat als auch der Text vom Banner zum Nachdenken angeregt.

Ich poste keine Reisen, ich zeige euch keine Luxuswohnung, ich zeige eigentlich nur Mode und trotzdem „befürchte“ ich, dass alles ziemlich gut aussieht. Tolle Kleidung, tolles Leben, Eititei-Sonnenschein. Das ist nicht so.

Heute zum Beispiel bin ich ganz alleine und das nicht zum ersten Mal. Versteht das nicht falsch, ich bin gerne alleine, aber nicht, wenn ich muss. Meine Freundinnen sind das Wochenende beschäftigt, mein Freund 500km entfernt, meine Familie 350km. Es ist wolkig, ich muss lernen, kann es aber nicht, bin zu faul mir essen zu machen und werde deswegen wieder bei Nudeln mit Pesto landen. Ich habe mich vorhin kurz angezogen, weil ich einen kurzen Moment voller Energie verspürte (da ist auch das Instagramfoto entstanden), sitze jetzt aber wieder in Jogginghose, Bademantel und Ökolatschen am Schreibtisch.

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Meine Haare sind ungewaschen und in meinem „Lerndutt“ versteckt.

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Meine Kaffeetasse ist leer und dreckig und meine Küche steht seit gestern Abend voll mit dreckigem Geschirr.

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Ich bügel weder meine Bettwäsche, noch meine Bettlaken und habe nicht das passende Kopfkissenteil zur Bettwäsche gefunden, sodass ich nun zwei verschiedene Bezüge im Bett habe.

Und leider sind die Fotos irgendwie schon wieder zu hübsch geworden, um das zu sagen, was ich eigentlich wollte.

PS: ich hatte gestern 100 kleine grüne Miniinsekten in meiner Wohnung, das war abartig.

PPS: ich starte ein Gewinnspiel: wer errät, was ich mit diesem Beitrag sagen wollte, dem folge ich auf Instagram

PPPS: das war ein Scherz. Weiß die Lösung nämlich selbst nicht.

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Dieser Beitrag wurde am Mai 30, 2015 um 16:34 veröffentlicht und ist unter Lifestyle abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

10 Gedanken zu „

  1. Toller Post und ich verstehe deine Intention, aber natürlich ist es auf Instagram wohl so, dass man sich immer im besten Licht präsentieren will. Meine Wohnung ist zB absolut nicht „instagramtauglich“, ich habe keine einzige weiße Bettwäsche, keine hellen Böden und nicht überall weiße Wände :D Und ja, auch bei mir stapelt sich in der Küche des öfteren das dreckige Geschirr. Bei uns gibt es heute Lasagne, die sieht total lecker aus aber ich poste kein Foto weil ich keine weißen Teller habe :o Als wir damals vor 5 Jahren für die Wohnung eingekauft haben fanden wir eben grüne Teller toll…

    Marie x
    pocketfulofmakeup.blogspot.com

    • Oh liebe Marie, aber das ist doch nur ein „Stil“ den man verkörpert und sollte keine Uniform sein? :-) Ich schaue mir auch sehr gerne Profile an, die einen tollen, aber eben auch anderen Stil verkörpern! Da können grüne Teller doch wundervoll sein! Bei mir kommt das mit dem „guten Licht“ aber auch sicher daher, dass ich mich nicht wirklich als Person sehe, die sich dort zeigt, sondern ich einfach als „Model“ fungiere, das die Mode zeigt, in einem Stil, der mir gefällt. Deswegen versuche ich das ganze irgendwie grafisch, ästhetisch gut zu halten, um mir meine eigene Welt der Mode aufzubauen. Das hat auch etwas Anonymes für mich. Aber eben dadurch entsteht ja so ein Eindruck von „Perfektion“. Auf jeden Fall würde ich gerne Fotos von Essen auf grünen Tellern sehen!

      • Naja, heute würde ich die grünen Teller auch nicht mehr kaufen, um mal dabei zu bleiben :D Aber da sie noch völlig ok sind sehe ich es auch nicht ein Geld für neue auszugeben, da sind mir andere Sachen dann doch wieder wichtiger.
        Ich mag es halt wenn ein Instagram Feed doch recht einheitlich aussieht und alles irgendwie in eine Richtung geht.
        Wenn es sich anbietet gibt es mal ein Bild mit Essen auf grünen Tellern, aber die Lasagne ist jetzt schon alle :D

  2. lefraaan sagte am :

    Ach was für ein toller Beitrag – mit so viel Wahrheit drin. Ich hab mich selbst schon dabei ertappt, dass ich ein Foto wieder aus Instagram gelöscht habe, nur weil es optisch nicht in meinen Feed gepasst hat. Dabei ist es doch das Leben, dass sich von verschiedenen Seiten zeigt. Und das wollen wir ja eigentlich mit unserem Blog wiederspiegeln . Unser Leben, unsere Persönlichkeit und doch lassen wir uns so beeinflussen. Ich glaube…beim nächsten mal bleibt das Bild drin. Auch wenn es vllt zu dunkel und nicht perfekt ist. Aber so ist das Leben eben. Liebe Grüße und weiter so – toller, inspirierender Blog :)

  3. Milena sagte am :

    Hach, schöner Beitrag!
    Und dass du ihn geschrieben hast, zeigt eigentlich schon, dass hinter deinem Blog und deinem Insta-Profil mehr steckt als eine oberflächliche Social Media-Süchtige, die Bestätigung sucht ;-)
    Im Grunde ist diese ganze Online-Welt ja wie der Schulhof, nur dass der eben größer ist und man Lästereien nun in Form von fiesen anonymen Kommentaren abbekommt und gleichzeitig Anerkennung in Form von Likes. Genauso wie es im Grunde aber scheißegal ist, ob die gesamte 8b meine Schuhe schön findet und die 9c meine Frisur kacke, ist es eigentlich auch nicht wichtig, welcher Fremde meine Bettwäsche mag oder eben nicht. Bei einigen hat man von außen betrachtet das Gefühl, dass nichts anderes zählt und auch in meinem persönlichen Umfeld kriege ich das teilweise mit. Ich bin nur „stalkermäßig“ bei Insta unterwegs und möchte gerne ein wenig Alltägliches, Schönes und Witziges sehen. Bei einigen Chia-Samen/Goji-Beeren, Apple-Produkten, Michael Kors-Taschen, Design Letters-Tassen, #wokeuplikethis- Profilen denke ich mir dann eben manchmal meinen Teil, aber ich verurteile niemanden. Mal abgesehen davon, dass man eben das zeigt, was man schön findet/was einen cooler oder lässiger erscheinen lässt und/oder womit man Likes generiert.
    Da ich nicht bei Facebook bin, habe ich von einer Kommilitonin auch schon mal gesagt bekommen, dass sie ja von mir gar nix mitbekommen würde und das voll blöd findet. Gut, das Leben ist hart. Es ist wohl aber tatsächlich so, dass man heutzutage online „passieren“ muss, weil es sonst nicht zählt. Wenn ich für meine Grillwürstchen keine 272 Millionen Likes bekomme, hab ich quasi nicht gegrillt.
    Jeder versucht jeden Tag sich positiv darzustellen. Sei es fürs eigene Ego, vor dem Schwarm (haha, das Wort wollte ich tatsächlich schon immer mal benutzen #bravo4lifeundso) oder im Vorstellungsgespräch. Ich geh auch nicht ungeduscht auf ne Geburtstagsparty und nehme noch dreckige Schlüppis mit, damit ich allen zeigen kann, dass ich ja gar nicht so perfekt bin. Das weiß ich, das wissen die anderen und das ist auch super. Mein Opa pflegte zu sagen: „Die wischen sich den A**** auch alle mit Papier ab.“ oder in schön kochen halt auch andere nur mit Wasser.
    Ich weiß eh nicht was bei uns allen eigentlich so los ist. Ich mein, ich find mich gut. Richtig gut. Und ich mag mich und find mich lustig und klug. Manchmal seh ich kacke aus oder stinke oder sag was Blödes und dann muss man sich vielleicht auch mal entschuldigen oder sich kurz drei Minuten in Frage stellen. Aber wir dürfen doch wohl auch einfach mal was gut finden und das auch zeigen!? (Ich find übrigens auch die meisten anderen Leute gut. Irgendeine Eigenschaft, die man sich zum Vorbild nehmen kann, hat tatsächlich fast jeder.)
    Ich glaube nicht, dass du nur für deine Online-Präsenz existierst und solange du Spaß hast/dich gut fühlst, ist doch auch alles gut. Bei dir habe ich das Gefühl das etwas dahinter steht, das Ganze Substanz hat und du durchaus ironisch Kritik übst und auch dich selbst in Frage stellt. Und wem es nicht gefällt, der muss es sich ja nicht ansehen. Und wenn es dir nicht mehr gefällt, dann gehste in deiner Jogginghose ohne Handy in den Wald oder zum Einkaufen und denkst dir was Neues aus.

    • Am liebsten würde ich deinen Kommentar kopieren und in den Beitrag einfügen, weil er so genau das trifft, was ich damit sagen wollte, aber zu unfähig dazu war. Du hast das so gut erklärt und genau so ist es! Vielen Dank für deine Worte, am liebsten mag ich “ Und ich mag mich und find mich lustig und klug. Manchmal seh ich kacke aus oder stinke oder sag was Blödes und dann muss man sich vielleicht auch mal entschuldigen oder sich kurz drei Minuten in Frage stellen.“ ***

      Alles Liebe!

      • milomha sagte am :

        Das freut mich wirklich sehr, danke. Ich lese deinen Blog so gerne, das verführt dann auch mal dazu meine geistigen Ergüsse zu teilen ;-)
        Dir auch alles Liebe :-)

  4. Nur kurz, weil ich vom Handy aus schreibe, aber ich mag an deinem Blog gerade die ästhetische Herangehensweise, du zeigst mode und hat dabei deinem ästhetischen Anspruch. Ganz schlimm sind für mich die, die die Grenze zum privat Leben verschwimmen lassen, und dann perfekte Bilder vom Einrichtung, Trend essen, Parties, hübscher Partner, und – ganz schlimm – perfekt zurecht gemachten Kindern zeigen, und damit auch noch Geld verdienen. Bei dir wäre ich aber gar nicht drauf gekommen, etwas anderes in deinen Bildern zu sehen, als eben mode und Ästhetik. Wer dir etwas anderes in die Schuhe schieben will, ist letztlich selbst schuld. Also mach weiter so! Blogs ohne ästhetischen Anspruch sind für mich nämlich auch wieder komplett uninteressant…

  5. Hach, schöner Beitrag!
    Ich kann den anderen nur zustimmen, dass dein Blog mal so gar nicht „Ego-Problem“ schreit!
    Bei mir persönlich ist es so, dass ich mein insta-Profil pflege, wie es mir gefällt. Ich habe nicht viele Follower und bekomme auch nicht viele Herzchen und Sprechblasen. Ist alles wohl nicht weiß und einheitlich und high-fashion genug. Stört mich aber nicht, da die paar Menschen, die mir folgen, das wohl auch so mögen wie ich. Das reicht mir :)
    Und erst gestern habe ich die Accounts, denen ich bei insta folge, großzügig bereinigt. Weil immer mehr so ein lieblos zusammengewürfelter, von Schleichwerbung überfüllter Haufen ist und ich langsam die vielen Chia-Pudding-Triangl-Swimwear-insert-sonstige-gehypte-Produkte nicht mehr sehen kann. Ganz zu schweigen die Fitness-Accounts, die suggerieren, dass man unglücklich und faul ist, wenn man Urlaub, Freizeit und Sommerabende ohne Reue, bei gutem Essen und einem Glas Wein genießt.

    Ich glaube nicht, dass irgendwer mit 80 im Schaukelstuhl sitzt und sich gern an die vielen Pizzen und Eiskugeln erinnert, die er im Urlaub nicht gegessen hat… :D

    • „Ich glaube nicht, dass irgendwer mit 80 im Schaukelstuhl sitzt und sich gern an die vielen Pizzen und Eiskugeln erinnert, die er im Urlaub nicht gegessen hat…“ das bastel ich mir auf eine Postkarte und hänge sie mir in die Küche! So ein toller, wahrer Satz! Mal abgesehen davon, dass ich es ohnehin nicht mit Ernährung habe (ich esse das, was ich mag), aber ja, es ist ein ziemlicher Trend… andererseits muss ich sagen, dass ich den Hype um gesunde Ernährung und Sport natürlich mit offenen Armen begrüße, wenn ich an den Magerwahn zurückdenke, in dem man am besten gar nichts essen durfte, dann doch lieber so! Alles Liebe und vielen Dank für deinen schönen Kommentar!

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