reingeschlüpft

Ich mache Schluss

Ja, Schluss mit allem.

Nein, das war ein Scherz (und noch so ein guter, ich weiß…), aber ich möchte mit etwas aufhören, das mich hier eigentlich ausmacht. Oder zumindest zu einem Teil.

Ich weiß, dass ich es immer mal wieder andeute und es mir auch wichtig ist, dass ich zumindest diesen kleinen Teil hier vermitteln kann: es kommt nicht auf die Menge an, die man an Kleidung besitzt und auch nicht darauf, ob es nun teuer war, oder von einem bestimmten Label ist. Sondern darauf, aus den geliebten Teilen immer wieder neue Outfits gestalten zu können.

So die Theorie. Nichtsdestotrotz ist shoppen für mich ein bestimmtes Hobby. Sei es auch nur, dass ich gerne in die Stadt fahre, für „einfach nur so“. Einfach nur so mal durch die Läden gehen, auch etwas anprobieren, Sachen für schön und hässlich befinden, auch ohne eine Errungenschaft wieder nach Hause gehen. Es ist ein Hobby, so wie andere Fußball spielen oder klettern gehen, fahre ich einfach mal in die Stadt. Ich mag die Menschen dort, obwohl ich sonst kein Fan von vielen Menschen bin (kingt komisch, ja). Man geht unter in der Anonymität, kann dennoch schauen und viel mitbekommen, ist nicht alleine und irgendwie doch voll und ganz.

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Zuhause sieht das nicht anders aus. Bin ich fertig mit allem was ich zu tun habe (gut, nein, falsch, eigentlich meistens bevor ich all das was ich tun muss auch tatsächlich getan habe), setze ich mich an den Laptop und stöbere durch Onlineshops. Ich bin tatsächlich keine große Blogleserin, vielleicht aus Selbstschutz, weil ich weiß, dass ich dort dann noch mehr Zeit verbringen würde. Aber durch diverse Onlineshops klicke ich mich, meist ohne zu bestellen, aber dennoch am Ende irgendwie immer mit einem Wunsch. „Ach, so ein schulterfreies Oberteil wäre doch schön“, oder „spitze schwarze Schuhe fehlen auch noch“.

Habe ich es mir dann irgendwann gekauft freue ich mich auch darüber, keine Frage. Aber war es nötig? (Einfache Frage, natürlich nicht, aber trotzdem beantworte ich sie mal:) Fühle ich mich auf Grund dieses Oberteils jetzt besser? Anders? Fühle ich mich nun besser verkörpert? Wirke ich auf andere nun ganz anders? Was bezwecke ich mit dem Oberteil?

Was ich damit sagen möchte: hat man einen gewissen Grundstock an Kleidung, so sind alle weiteren Ergänzungen schön und nett, am Ende muss man sich aber auch bewusst machen, dass sie einem nichts mehr großartig bringen. Ich kenne auch Momente in denen ich ein schönes neues Kleid anprobiere und mir dann vielleicht denke „Wow, das wird zur Hochzeit im Sommer toll aussehen“ und auch wenn es vielleicht niemand gerne zugibt, denkt man auch, ob es auch andere gut finden. Ich denke so, kann ich ruhig zugeben. Nicht, dass ich mich danach richte, aber die Frage kommt trotzdem auf. Und dann fällt mir auf: aber sie würden auch ein Kleid schön finden, das ich schon seit 2 Jahren besitze. Und ich mag es auch. Mit den Schuhen, die ich vor 3 Jahren gekauft habe.

Es kommt nicht darauf an, dann wieder etwas Neues zu kaufen, obwohl ich auch in mir drin immer den Drang spüre das zu tun und es auch für eine Hochzeit in diesem Sommer schon getan habe (liegt auch daran, dass ich an schickeren Kleidern tatsächlich keinen Grundstock habe, aber wieder mal Ausreden über Ausreden, man findet ja immer seine Gründe).

 

Lange Rede kurzer Sinn: Ich mache Schluss mit dem Kaufen. Ich habe so viele schöne Dinge, die mir durch das Umräumen meiner Sommersachen in den aktuellen Kleiderschrank wieder bewusst geworden sind, dass ich wirklich sagen muss, ich brauche nichts Großartiges. Und ich habe so viele Sachen, die ich wirklich nicht so oft getragen habe, sie aber dennoch wunderschön finde, die es trotzdem selten an meinen Körper schaffen, sodass am Ende wieder die selben 10 Teile getragen werden. Wie immer. Dadurch entsteht dann ein Gefühl von „ich habe irgendwie gar nichts mehr zum Anziehen“, oder aber „ich trage immer das gleiche, da muss etwas Neues her“, obwohl ja völlig ausreichend da ist. Man wird diesen Teilen gegenüber nur blind, warum auch immer.

Und deshalb schwebt in meinem Kopf schon seit geraumer Zeit ein Konzept herum, das ich in der kommenden Woche genauer konkretisieren will.

 

Der Kleiderschrank wird

1. ausgemistet

Das habe ich allerdings schon getan. Sachen, die nicht mehr passen, löchrig sind, an Passform verloren haben, zu stark pillen, irgendwie unbequem sind und nur getragen werden, wenn man ständig an ihnen ziehen muss: weg damit. Entweder verkauft ihr sie bei Kleiderkreisel, Ebay, geht auf den Flohmarkt, bringt alte, kaputte Sachen in einer Tüte zu H&M und bekommt einen 15% Rabattcode für ein Teil, das ihr kaufen möchtet (allerdings hat die Bloggerin Kimgoesoeko einen sehr spannenden und ehrlichen Artikel zu H&Ms Aktion geschrieben. Also vielleicht doch nochmal überlegen, ob man das tun möchte/sollte/wasauchimmer). Ansonsten fragt ihr Freundinnen, ob sie etwas davon haben möchten, spendet eure Kleidung, es gibt viel damit anzufangen.

 

2. sortiert

Wie auch immer ihr das tun möchtet. Bei mir hängen die meisten Oberteile an einem Bügel und nach denen werde ich mich auch richten. Sortiert Hosen, Shirts, Tops, Blusen, Pullover, Cardigans. Alles so, dass ihr alles gut im Blick habt. Ich werde vermutlich nach Temperaturen sortieren, also danach, für welche Temperaturen welches Kleidungsstück irgendwie geeignet ist denn…

 

3. wir tragen nur noch, was als nächstes an der Stange hängt

Und das geht natürlich nicht, wenn als nächstes eure langärmlige Bluse „hier!“ schreit und es draußen eigentlich 35°C im Schatten sind. Vorbei ist es mit dem Nachdenken, mit dem „was ziehe ich heute eigentlich an?“. Ihr habt es von nun an ganz einfach: das Kleidungsstück (bei mir Oberteil, danach wird alles ausgerichtet) , das als nächstes auf dem Bügel hängt wird getragen. Kombinieren könnt ihr dazu alles andere (ok, das Nachdenken ist noch nicht ganz vorbei).

Dadurch wird erreicht, dass ihr wirklich wieder alles alles tragen könnt (und müsst), was ihr besitzt. Gut, ausgenommen sind dann wirklich Kleidungsstücke für besondere Anlässe (Kostüm, meinetwegen Seidenblusen, schicke Kleider etc.), die dürft ihr (und ich, aber ich besitze so etwas glaube ich gar nicht) außen vor lassen.

Wie genau ich das mache werde ich vermutlich am Wochenende austüfteln, aber der Plan steht. In meinen Gedanken schwirrt auch noch eine kleine „Ausnahmeliste“ herum, bei der ich mir aber noch nicht sicher bin. Ob mir eine Ausnahme hilft (z.B. nur 1 Teil im Monat und dann auch nur von dem Geld, das man beim Verkauf von alten Sachen eingenommen hat) oder das ganze erschwert, darüber werde ich noch nachdenken.

Zudem habe ich mich an meine frühere Zeit erinnert, an die Schulzeit. Ich fand es immer toll von weitem Mitschüler an z.B. ihrer Jacke zu erkennen. „Ah, da ist XY in seiner braunen Lederjacke“. Da hatten Kleidungsstücke noch einen dazugehörigen Charakter, bzw. anders herum. Das geht heute so völlig verloren, wenn jeder 10 Mäntel und 5 Jacken hat und irgendwie alles nur mal häppchenweise getragen wird. Das finde ich schade.

Das ist mir übrigens vor allem bei der Filmreihe „Lotta“ aufgefallen, in der Josefine Preuß durchgängig ihre braune Zaralederjacke trägt, die einfach zu ihr gehört.

 


 

 

Vielleicht habt ihr ja auch Lust bekommen so etwas mal zu machen, es wird natürlich keine Lösung für immer sein. Aber die nächsten Monate möchte ich das mal probieren und so für mich wieder kennen lernen, was es eigentlich heißt wirklich geliebte Sachen zu haben. Welche trägt man wirklich gerne und bei welchen ist man den Tag über vielleicht etwas unzufrieden? Wie kann ich meine Garderobe reduzieren und auch wieder rausfinden, was ich an mir mag?

Gerade überlege ich, ob man daraus vielleicht eine #challenge macht, man so richtig 2016 ist und Social Media ausnutzt. Wird am Ende natürlich peinlich, wenn niemand mitmacht.

Ich würde mich auf jeden Fall über Gedanken von euch zu diesem Thema freuen, vielleicht habt ihr ja Ideen und Anregungen, möchtet mitmachen, das „gemeinsam“ mit mir durchziehen und euch am Ende wieder eine Garderobe basteln, von der ihr mit gutem Gewissen sagen könnt „mit der fühle ich mich wohl“.

Alles Liebe von mir bis dahin,

eure reingeschlüpft

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Dieser Beitrag wurde am April 15, 2016 um 10:20 veröffentlicht und ist unter Fashion, Lifestyle abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

5 Gedanken zu „Ich mache Schluss

  1. Leah sagte am :

    <3<3<3 supertolle Idee!

  2. Eine sehr schöne Idee. Ich bin auch dafür weniger zu kaufen bzw sich genau zu überlegen was man kauft und lieber mal eine qualitatives Basic zu kaufen als jede Saison ein neues 20€ Teil. Allerdings brauche ich auch die Abwechslung und ich könnte ‚das nächste anziehen was auf der Stange hängt‘ nicht, da ich mich immer nach Stimmung anziehe und da geht das Konzept dann glaube ich nicht so auf, haha.
    Aber ich bin sehr gespannt, wie du dich schlägst! :)

  3. Julia sagte am :

    Tolle Idee und ich bin gespannt, wie man das auf deinem Blog oder Insta mitverfolgen kann.
    Mir ging bzw geht es ganz ähnlich wie dir. Letzten Herbst habe ich gemerkt, dass mehr kaufen nicht glücklicher macht, vor allem aber: hat man seinen Stil erst mal gefunden, werten die neuen Sachen den Schrank gar nicht mehr groß auf – der Inhalt war ja schon vorher toll.

    Deswegen, und weil ich finanziell durch ein unerwartetes Ereignis sehr eingeschränkt war, war ich seit letzten Oktober komplett shopping-abstinent. Und es fiel mir sehr schnell überhaupt nicht mehr schwer. Weil ich diese Blindheit für die eigenen Teile schon ein gutes Stück angelegt habe.

    Als zusätzliche Herausforderung habe ich mir jetzt noch selbst eine kleine Challenge gestellt: 30 Tage lang nur aus 30 Teilen auswählen, inklusive Schuhe, Jacken und Taschen. Die erste habe ich gerade hinter mir – und ich bin wirklich erstaunt, dass ich mit „so wenig“ problemlos für jeden Anlass in meinem Leben gut und passend angezogen bin.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben und ein ähnlich positive Erkenntnisse, wie ich sie gewonnen habe.

  4. Natascha sagte am :

    Danke!:-) du hast mich grad auf die Idee gebracht meine weißen Chucks auch in die Waschmaschine zu werfen.
    Ohne deine letzten Outfit Posts, und deinen Post über Minumalismus im Bezug auf Kleidung, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen. :-)

  5. Pingback: Was so viel schöner als shoppen ist | reingeschlüpft

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