reingeschlüpft

Sieg gegen die Seborrhoea Sicca (1)

Ihr Lieben,

endlich ist es so weit. Zum einen wird der Blog kurz wieder zum Leben erweckt, da dieses Thema für meinen Geschmack zu umfangreich ist, um es irgendwie in einen Bildtext bei Instagram zu quetschen. Zum anderen ist es mir eine Herzensangelegenheit, euch heute ein paar Tipps mit auf den Weg zu geben, die – zumindest seit über zwei Monaten – meine Haut um 180 Grad gedreht haben.

Vorwort

Ganz zu Anfang: Ich bin keine Dermatologin, keine Medizinstudentin. Alles was ihr hier lesen werdet sind meine persönlichen Erfahrungen und was ich auf anderen Blogs und Youtubekanälen gelesen und gesehen habe. Letztendlich hat sich aus all dem ein für mich plausibles Konzept ergeben, dank dem ich nun meine zu verstehen, was bei meiner Haut schief läuft, bzw. schief gelaufen ist und wie ich es zumindest derzeit kontrollieren kann. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, hier nichts wissenschaftlich zu belegen, da es meinen Schreibe- und damit auch den Lesefluss stark stören würde, auch wenn ich lange darüber nachgedacht habe, da es mir wichtig ist euch zu zeigen, dass ich euch nicht irgendetwas erzähle. Es mag auch sein, dass ich noch heute sage, dass mir all das zu einer reinen Haut verholfen hat und ich in einer Woche weinend im Bett liege und alles von vorne los geht, das traue ich meiner Haut zu. Denn nicht zuletzt diese starken Schwankungen meines Hautzustandes haben mich zehn (!) Jahre lang hoffen und bangen lassen, dass ich JETZT ENDLICH die Lösung gefunden habe (ich glaube selbst auf diesem Blog werdet ihr 2-3 Einträge finden, die das behaupten). Long story short: Das was ich in dieser Reihe schreibe hilft mir seit zwei Monaten sehr gut, ich hoffe darauf, dass es eine Möglichkeit ist meine Haut langfristig gut zu halten, nach zwei Monaten kann ich das aber noch nicht sicher sagen. Nichtdestotrotz bin ich trotzdem der Meinung, dass meine derzeitige Routine und meine Gewohnheiten auch für viele andere hilfreich sein können, weswegen ich sie mit euch teilen möchte. An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich für die Resonanz zu meinen Beiträgen bzgl. dieses Themas bedanken. Es freut mich zu sehen, dass es so vielen geholfen hat, ihre Haut zumindest erst einmal zu verstehen! Das ist mir ja auch eine so lange Zeit nicht gelungen.

 


 

Die, die mich lesen wissen, dass ich keine Person weniger Worte bin. Ich schaffe es nie mich kurz zu fassen und da ich schon lange im Kopf habe, was ich euch alles sagen will, stellte sich mir die Frage, ob ich einen Monsterpost, oder ihn in verschiedene Posts zerteile und eine Reihe daraus mache. Letztendlich habe ich mich für einen Mittelweg entschieden. Die Theorie habt findet ihr hier gebündelt auf einem Haufen, meine derzeitige Pflegeroutine und meine veränderten Gewohnheiten in Sachen Ernährung und Alltag in meinem nächsten Beitrag.

Zur besseren Übersicht hier mal die Themen, die ich heute ansprechen möchte:

  • Es gibt nicht „die Akne“
  • Der Unterschied zwischen trockener und dehydrierter Haut
  • Es ist nicht immer drin, was drauf steht
  • Der Kreislauf der Seborrhoea Sicca
  • Mikrodermabrasion

Im nächsten Beitrag geht es dann um

  • Meine derzeitigen Produkte
  • Gewohnheiten und Ernährung

Ihr seht, das Programm hat es in sich, deswegen möchte ich auch direkt starten:

 

Es gibt nicht „die Akne“

Die meisten von uns und auch ich machen am Anfang ihrer Hautprobleme vermutlich die typischen Phasen durch: Pickel, evtl. Akne, unglücklich sein, etwas tun wollen, entweder direkt etwas kaufen, gerne Produkte auf denen fett draufsteht „GEGEN PICKEL“, oder zum Hautarzt gehen, der einem auch etwas verschreibt das „gegen Pickel“ funktioniert. Versteht mich nicht falsch, das mag bei manchen und vielleicht auch bei vielen helfen. Die Unmengen an Youtubekanälen, Blogposts, Forenbeinträgen zeigen jedoch, dass es nicht „das Mittel“ gegen Pickel und Akne gibt, denn ansonsten würden sich bis heute nicht so viele Menschen mit der Problematik quälen und über Jahre hinweg so viel ausprobieren. Deswegen ist es wichtig euch bewusst zu machen, dass eure Akne eben leider eure Akne ist und nicht die eurer Freundin, die diese mit Teebaumöl in den Griff bekommen hat. Jede Haut ist ganz individuell geschaffen und ich persönlich kann in diesem Beitrag auch nur von meiner Haut sprechen, die eine Seborrhoea Sicca ist, was heißt, dass sie fettreich, aber gleichzeitig feuchtigkeitsarm ist. Viele Menschen mit Akne neigen wiederum zu einer Seborrhoea Oleosa, was bedeutet, dass sie sehr fettreich ist, ihr allerdings keine Feuchtigkeit fehlt und demnach auch tendenziell eher mit austrocknenden Produkten behandelt werden kann. Ich betone, kann. Deswegen verabschiedet euch davon, Youtube-Videos von Beauty-Gurus zu schauen und eure Pflege nun plötzlich komplett der ihren anzupassen, weil ein Video „This is how I cured my acne“ lautet. Mich persönlich hat das in eine vollkommen falsche Richtung geführt, nämlich die der typischen Austrocknung meiner Haut, die mich nur noch tiefer in das Pickel-Karussel gezogen hat.

Nicht zuletzt haben auch alle Hautärzte dazu beigetragen. Ich bin müde, mich über unser Gesundheitssystem aufzuregen, deswegen beschränke ich mich hier auf das Wesentliche. Ich setze mittlerweile viel mehr in eine geschulte Kosmetikerin, als in Hautärzte. Letztere konnten mir in den letzten 10 und ja, ich betone 10 Jahren nicht weiterhelfen. Nicht zuletzt kam von diesen sogar der Satz „Fettig und schuppig? Das ist aber eine komische Kombination, was machen wir denn da?“. Ich kann euch das Ende verraten: „Wir verschreiben einfach eine austrocknende Creme, das ist immer gut“. Und damit ging es mit der Akne munter weiter.

 

Der Unterschied zwischen trockener und dehydrierter Haut

Wer nun denkt oder gar weiß, dass auch er eine Seborrhoea Sicca hat, mag verwirrt sein. Da steht man vor einem Regal mit Produkten für fettige Haut und mit Produkten für trockene Haut. Dann gibt es noch die Produkte für Mischhaut, die wir ja aber auch nicht haben, da generell (jetzt muss ich das klugscheißern, was ich an einer anderen Stelle vor zwei Jahren mal gelesen habe) jede Haut erst einmal eine Mischhaut ist. Keine Haut hat eine gleichmäßige Verteilung von Fett und Feuchtigkeit im ganzen Gesicht, es gibt bei jedem Bereiche, die mal eher so, oder mal eher so sind. Deswegen ist dieser Begriff Mischhaut so schwierig, auch wenn wir natürlich alle wissen, dass mit Mischhaut eine fettige T-Zone und eine trockene Wangenpartie gemeint ist. Bei der trockenen Fetthaut sind jedoch meist eben jene Stellen schuppig, die auch gleichzeitig fettig sind und das verwirrt zunächst einmal viele.

An dieser Stelle müssen wir uns fragen: was bedeutet eigentlich trocken? In unserem Fall ist das nämlich sehr wichtig. Trocken bedeutet nichts anderes als fettarm. Das heißt, wir mit unserer Seborrhoea Sicca haben keine trockene Haut, denn unsere Haut ist sehr fettreich. Unsere Haut ist dehydriert. Und deswegen funktionieren auch keine Cremes für trockene Haut, da wir uns nicht noch zusätzlich Fett zuführen müssen. Feuchtigkeit ist das Stichwort, aber die wenigsten Produktbeschreibungen greifen diese Differenzierung auf.

 

Es ist nicht immer drin, was drauf steht

Und das gleich zu Anfang: es wird in Zukunft für uns egal sein, was auf dem Produkt steht. Verabschieden wir uns künftig von Altersangaben („55-65 Jahre“) oder Bezeichnungen wie „für trockene, fettige, irgendwas“-Haut. Für uns wird nur wichtig sein, was drin ist, ganz losgelöst von der Marketingstrategie der Konzerne. Etwas anderes sind diese Produktbeschreibungen nämlich nicht. So beinhalten Produktlinien wie von z.B. „Kostbare Blüten“ von L’Oréal, die laut Beschriftung für trockene und sensible Haut geeignet sein soll, reizende Duftstoffe, Blütenextrakte, die reizende ätherische Öle enthalten können und vergällten Alkohol. Also Inhaltsstoffe, die alles andere als für empfindliche Haut geeignet sind. Auf der anderen Seite habe ich eine lange Zeit ein Produkt von SebaMed sehr gemocht, das laut Aufschrift für „unreine Haut“ sein soll, was bei mir erstmal die Alarmglocken schrillen lässt und ich befürchte, dass dort austrocknende Incis enthalten sind. Dies war jedoch überhaupt nicht der Fall, im Gegenteil, es ist sehr feuchtigkeitsspendend. Wenn ihr also in das Thema einsteigen wollt, beschäftigt euch mit den Inhaltsstoffen und nicht mit dem was das Produkt einem durch die Beschreibung vermitteln möchte.

Ich selbst bin weit entfernt davon zu behaupten, mich diesbezüglich gut auszukennen. Mein erster Blick gilt jedoch immer erst der Seite cosdna.com, auf der man das Produkt, oder auch die Inhaltsstoffe auf ihre reizende Wirkung und Komedogenität prüfen lassen kann. Auch hier: nur weil dort cosdna vielleicht sagt, dass das Produkt evtl. komedogen ist, muss das nicht bedeuten, dass ihr davon Pickel bekommt. Auch hier gilt probieren geht über studieren, aber als einen ersten Anhaltspunkt hat mir die Seite im letzten Jahr wirklich sehr geholfen. Ich weiß, viele sind sehr sehr gerne auf Codecheck unterwegs. Ich persönlich halte bzgl. reizender Stoffe nichts davon, da Codecheck hauptsächlich den Umweltaspekt (auch sehr wichtig, hier allerdings nicht hilfreich) betrachtet und Inhaltsstoffe bezüglich dessen bewertet und nicht danach, ob die Produkte irritieren und reizen könnten.

Dazu habe ich einige wenige Blogger bzw. Youtuber, die sich mit der Thematik der reizarmen Pflege beschäftigen und denen ich auch vertraue. Produkte, die sie als gut erachten, schaue ich mir auch näher an, schaue bei cosdna was drin ist und entscheide dann, ob ich es selbst auch ausprobieren möchte. Blind bestelle ich dennoch nichts, ich versuche mir immer noch mein eigenes Bild zu machen. Zu den für mich vertrauensvollen Damen zählen:

  • Incidpedia by Shenja
  • Super-Twins
  • Liah Yoo
    die ich regelmäßig besuche und durch die auch auf ein paar Produkte gekommen bin, die ich gerade verwende.

Deswegen macht euch an dieser Stelle auch bewusst, dass Naturkosmetik nicht für die Sanftheit der Natur steht und viele viele (nicht alle) Produkte wesentlich reizender sind, als chemische Kosmetik, die von vielen verteufelt wird. Oft lese ich, dass einige von nun an nur noch zu Naturkosmetik greifen in der Hoffnung und auch Überzeugung, dass sie ihrer Haut etwas Gutes tun, indem sie sie ganz natürlich pflegen und nichts Böses mehr an sie heran lassen. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass vor allem in der Naturkosmetik viel mit vergälltem Alkohol (z.B. Benzyl Alkohol) gearbeitet wird, um die Produkte haltbarer zu machen und Fett zu lösen, da viele Pflanzenwirkstoffe nicht wasserlöslich sind (Genaueres zu „guten“ und „schlechten“ Alkoholen findet ihr für eine kurze Übersicht hier). Zum anderen sind viele Naturkosmetik viele ätherische Öle enthalten, die die Haut ebenfalls reizen können. Die oben erwähnen SuperTwins haben dazu einen sehr umfangreichen Blogeintrag verfasst.

Auch hier gilt: es ist nicht immer drin was drauf steht und wir sollten uns in Zukunft nicht mehr auf die Marketingstrategien der Firmen verlassen. Prüft eure Produkte auf ihre Inhaltsstoffe, lernt aber auch persönlich kennen, was ihr vertragt oder auch nicht. Manche reagieren z.B. nicht auf Parfum, anderen wiederum ist dies wieder zu viel. Denn, wie wir oben gelernt haben: jede Haut ist individuell und reagiert auch so.

 

Der Kreislauf der Seborrhoea Sicca

Ich habe es in einem älteren Beitrag (wobei ich ihn nun schon als alt bezeichnen kann, das ist alles schon sehr lange her, fast exakt ein Jahr!) bereits ausführlich beschrieben, der zur Vollständigkeit möchte ich es hier noch einmal aufgreifen. So genau finde ich keinen Anfang und kein Ende, das hat ein KREISlauf ja leider an sich. Fakt ist jedoch, dass die trockene Fetthaut in ihrem Bild fettig ist, viele (und auch ich) können (konnten) sich das Fett von Stirn, Nase und Kinn kratzen. Die Poren sind erweitert, das Hautbild wirkt unrein. Oft ist das Gesicht gerötet und warm (ich nenne es „Waschbär“, weil ich um meine Augen und um meinen Mund herum weiß bin, der Rest ist rot) und Pflegestoffe mögen nicht in die Haut einziehen. Sie liegen klebrig auf, darunter ist die Haut dennoch dehydriert, schuppt sich von Stirn, Nase und Kinn und fühlt sich unangenehm rau an.

Die Schuppen sind ein Zeichen für eine zu starke Verhornung, die sich zum Schutz der Haut gebildet hat. Da unsere Haut nämlich dehydriert ist, möchte sie nicht auch noch den letzten Rest Feuchtigkeit verlieren (Stichwort TEWL : transepidermaler Wasserverlust, Shenja hat das sehr schön erklärt). Dies tut sie nämlich, da auf Grund des Ungleichgewichts zwischen Fett und Feuchtigkeit keine intakte Hautbarriere gehalten werden kann. Diese ist somit gestört, lässt Feuchtigkeit verdunsten und die Haut versucht verzweifelt mit einer übermäßigen Fettproduktion dagegen anzusteuern und die Haut geschmeidig zu halten. Und das ist letztendlich das was wir sehen. Gerötete Haut, schuppende Stellen und eine völlig unverhältnismäßige Speckschicht im Gesicht.

Und wie man eventuell schon vermuten kann, ist eben jene – bei uns nicht intakte, rissige oder gar nicht vorhandene – Hautbarriere auch der Schutzmantel unserer Haut. Wenn dieser gestört ist, verdunstet wie oben genannt die Feuchtigkeit, auf der anderen Seite können auch Bakterien und Co. viel leichter an unsere Haut gelangen, weswegen es zu den aknetypischen Entzündungen kommt. Meine Mama hat in all den letzten Jahren schon ganz vehement versucht, mich von Isotretinoin abzubringen, da meine Haut für die „typische“ Akne einfach untypisch war. Akne ist natürlich irgendwie nur ein Symptom, das ganz verschiedene Ursachen haben kann, das habe ich oben schon erwähnt. Aber bis auf eine kleine 1cm² große Stelle an meiner rechten Wange habe ich z.B. keinerlei Narben davon getragen, obwohl ich das beim Betrachten meiner Bilder kaum glauben kann. Meine Entzündungen gingen also selten so tief und vor allem hatte ich auch Phasen ohne Mikrodermabrasion, in der die Akne von heute auf Morgen einfach verschwunden war und das für ein paar Wochen bis Monate. Das erachte ich persönlich eher als untypisch und ich kann es mir nur so erklären, dass auf wundersame Weise meine Hautschutzbarriere wieder repariert war und die Bakterien keine Chance mehr hatten. Ich habe in meiner Vergangenheit auch immer sehr stark auf Antibiotika reagiert. Es dauerte keine 24 Stunden nach der Einnahme der ersten Tablette und meine Enzündungen heilten ab, nach 4 Tage war ich vollkommen aknefrei. Und das war immer wie ein kleines Wunder.

Was genau dieses Ungleichgewicht verursacht kann ich euch nicht beantworten. Vermutlich sind es hormonelle Disbalancen, gegen die wir jedoch nicht ankommen, sofern wir keine künstlichen Hormone zu uns nehmen wollen. Stress spielt natürlich auch immer eine enorme Rolle, nicht umsonst sprechen wir auch von Stress-HORMONEN. Helfen kann eine veränderte Ernährung und die Reduktion von Stress, aber dazu später mehr.

Ich persönlich habe jedoch einen Weg gefunden, wie ich zumindest die Symptomatik in Schach halten kann und nach dem ganzen Vorgeplänkel freue ich mich, euch nun den für mich größten „Life-Changer“ präsentieren zu können. Ohne diesen bringt auch meine komplette Pflegelinie derzeit nichts, ich habe es wieder erfahren müssen und ist deswege die Grundlage für meinen derzeitigen Hauterfolg (Yeah!).

 

Mikrodermabrasion

Google wird euch zu diesem Thema adäquatere Beschreibungen liefern. Ich möchte euch jedoch so viel sagen: um das Problem mit den Verhornungen zu lösen, kann man sie entfernen. Früher und auch heute raten die meisten einem zu mechanischen Peelings, also die mit den kleinen niedlichen Kügelchen drin. Zum einen sind die aber nicht nur für unsere Umwelt und Meere schädlich, da die darin enthaltenen Peelingstoffe nicht aus unserem Wasser gefiltert werden können und somit von Fischen gegessen werden, zum anderen hinterlassen sie in unserer Haut Mikrorisse. Analog dazu darf man sich gerne Schmirgelpapier vorstellen, das man auf seiner Haut umher reibt.

Eine andere Möglichkeit, die auch für viele (jedoch nicht für mich) funktioniert, sind chemische Peelings. Also Säuren wie AHA und BHA, die die Haut durch chemische Vorgänge von der Hornschicht befreien. AHA habe ich selbst längere Zeit benutzt, muss aber dazu sagen, dass ich keinen nennenswerten Effekt sehen konnte. BHA wird ja vor allem im Zuge von fettiger und zu Mitessern neigender Haut empfohlen, hat bei mir aber auch über lange Zeit angewandt nur zu zusätzlicher Schuppenbildung geführt.

Ich persönlich mag noch das Enzympeeling von Cellucur, meine Kosmetikerin sagte so schön: „Das Enzympeeling ist die wöchentliche Joggingrunde, die Mikrodermabrasion der Marathon“. Heißt, ich kann die Verhornungen damit ganz gut in Schach halten, die Mikrodermabrasion bringt jedoch den Rundumschlag.

Hierbei werden nämlich ganz feine mikrokristalle mit einem gewissen Druck auf die Haut geschossen, während diese angesaugt wird. In ganz feinen Linien wird damit das Gesicht abgearbeitet und von der obersten Hautschicht befreit. Was soll ich sagen: es hat mein Leben verändert. Der großzügige Abtrag meiner Verhornungen lässt meine Haut wieder atmen, meine Pflege kann aufgenommen werden, dadurch ist sie nicht mehr dehydriert, das Verhältnis von Fett und Feuchtigkeit ist ausgeglichener, die Haut muss nicht mehr so viel Fett produzieren und sich deswegen auch weniger schützen, was dazu führt, dass auch die Verhornungen langsamer nachkommen.

Da stellt sich natürlich oft die Frage nach dem „Wie oft?“, denn am Ende ist das ganze auch eine Geldfrage. Ich selbst zahle in den Reviderm-Instituten (ich war insgesamt in drei verschiedenen, bei vier verschiedenen Kosmetikerinnen und war mit allen unfassbar zufrieden. Sie werden regelmäßig geschult und konnten mir mehr helfen als jeder Hautarzt in den letzten Jahren!) zwischen 65 und 75€ pro Behandlung. Das ist ein Haufen Geld, aber für das neue Lebensgefühl ist es mir das wert (nicht zuletzt hätte ich sonst zu Isotretinoin gegriffen, was ich eigentlich partout nicht wollte).

Die Frage nach der Häufigkeit muss individuell gestellt werden. Bei mir ist ein Rhythmus von ca. 4 Wochen ideal. Über die Weihnachtszeit hatte ich insgesamt 6 Wochen keine Behandlung, sodass sich ab der 5. Woche gemerkt habe, wie die Haut wieder schlechter wurde und in der 6. Woche merkte ich, dass meine Pflege wieder nur auflag, nicht einzog und das Gesicht ganz unangenehm und rot war. Als ich dann zur Mikrodermabrasion gegangen bin, dauerte es jetzt auch wieder erstmal eine Woche, bis sich die Haut wieder normalisiert hat.

Der Effekt hat sich bei mir übrigens direkt nach der ersten Behandlung eingestellt. Es dauerte 1-2 Wochen (anfangs wird bei mir die Haut erstmal noch fettiger, gerade an der Stirn unreiner, aber dann klingt alles von heute auf Morgen wieder ab) bis ich die erste langanhaltende, gute Phase durchmachen konnte und die hält (bis auf die eine Ausnahme im Dezember) nun schon seit November an.

Für mich ist die Mikrodermabrasion wirklich der Punkt, an dem ich ansetzen kann. Jahre lang bin ich im Dunkeln gewabert, wusste nicht wo ich anfangen soll. Kein Produkt schaffte es richtig in meine Haut, egal was ich tat, es war nie erfolgsversprechend. Ausgehend von dieser Basis kann ich nun nach und nach anfangen, mir eine passende Pflegeroutine aufzubauen. Ich habe auch jegliche Wirkstoffe (wie z.B. BHA, AHA, Retinol und Vitamin C, um nur ein paar zu nennen) bisher gestrichen, da ich ganz clean und funktional starten möchte. Nichts ist schlimmer, als plötzlich vieles auf einmal umzustellen und wenn es dann nicht klappt, weiß man nicht wieso.

Deswegen wird einiges nun nach und nach eingebaut, aber im nächsten Beitrag seht ihr dann meine „Basics“ und die Produkte, die ich seit November jeden Tag benutze und gut vetrage. Wichtig ist aber auch, dass mir diese alleine nicht zu einer besseren Haut verholfen haben und dass die Mikrodermabrasion hier einen ganz entscheidenden Beitrag geleistet hat.

 


 

Ergänzungen, Verbesserungen, Fragen und alles was euch dazu einfällt sind natürlich gerne gesehen! Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen und vielleicht hat ja der/die ein oder andere Lust, nun auch vermehrt in die Thematik reizarme Pflege einzusteigen. Auch ich habe da noch sehr viel zu lernen.

Bis dahin macht es gut und alles Liebe!

Eure reingeschlüpft

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Dieser Beitrag wurde am Januar 9, 2018 um 19:15 veröffentlicht. Er wurde unter Beauty abgelegt und ist mit , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

7 Gedanken zu „Sieg gegen die Seborrhoea Sicca (1)

  1. Tanja sagte am :

    Ein mega guter Beitrag! Ich habe bisher noch nie einen Blogeintrag kommentiert, aber dieser hier ist große Klasse. Ich hoffe dass möglichst viele das hier lesen und verstehen dass es etliche Hauttypen gibt, alles einfach super individuell ist usw.
    Ich selbst habe diese ewig lange Testphase durch und weiß ganz genau wie es sich mit unreiner Haut weit außerhalb der Pubertät anfühlt. Durch dieser Inhaltsstoff-Thematik hast du mich auf jeden Fall nochmal zum Nachdenken gebracht. – Danke dafür! :)

    Meine Tipps sind im übrigen Fruchtsäure Peelings (auf jeden Fall aggressiv, aber nach so einer „Kur“ ist meine Haut echt immer der Wahnsinn!) und hochwertiges Aloe Vera Gel!
    Aloe Vera verwende ich mittlerweile morgens und abends, vor der weiteren Pflege, weil sie Feuchtigkeit spendet wie keine andere Creme allein und vor allem Entzündungshemmend wirkt. Aber pauschalisieren kann man das natürlich nicht.

    Wünsche dir alles Gute für deine Haut! :)

  2. Tatjana sagte am :

    Hm ich weiß gar nicht, warum ich Hautärzte KosmetikerInnen immer vorgezogen habe… Bisher habe ich mir tatsächlich noch nie eine Beratung im Kosmetikstudio gegönnt – eigentlich ganz schön verschenkte Chance und wird auf jeden Fall nachgeholt! Vor allem weil mich Hautärzte bisher auch lediglich enttäuscht haben durch Nichtanhören, Nichtverstehen und Verschreiben von immer wieder den gleichen Mitteln, die meine Haut nur ausgetrocknet und weiter gereizt haben.
    Es freut mich so für dich, dass du den zu deiner Haut passenden Weg gefunden hast! Es muss ein krass geniales Gefühl sein!

    • Ich habe ja tatsächlich auch 9 Jahre gebraucht. Ich war schon mal vor 5 Jahren bei der Kosmetik, beim 3. Mal wurde mir aber mit einem Komedonenheber die ganze oberste Hautschicht abgerissen, sodass mein ganzes Gesicht voller Schürfwunden war und ich nie nie wieder hingegangen bin. Das war schrecklich. Bin froh, keine Narben behalten zu haben. Deswegen habe ich der Kosmetik diesbezüglich den Rücken gekehrt, bin aber froh, dass ich wieder in die Richtung geschubst wurde (auch auf Grund so vieler enttäuschender Arztbesuche). Und ich muss sagen ja, es ist ein wirklich viel schöneres Lebensgefühl. Ich bin ja immer noch nicht pickelfrei, gerade auf dem Rücken und Dekolletee habe ich im Winter immer noch zu tun, aber das war erstmal ein Schritt in die richtige Richtung. Auf dass du auch ganz bald deinen Weg findest!

  3. Mimose sagte am :

    Ich habe einen ähnlichen Irrweg hinter mir und auch bei mir war es eine Kosmetikerin von Reviderm, die meine Haut korrekt diagnostiziert hat. Mit den Produkten von Cellucur kam ich selbst nicht so gut zurecht, so dass selbst angefangen habe, mich mit den Inhaltsstoffen zu beschäftigen und irgendwann ist dann aus meinem Hauttagebuch mein Blog http://www.mimosenhaut.de geworden. Deine positiven Erfahrungen mit der Microdermabrasion kann ich nur bestätigen! Ich war gerade „zum „Frühjahrsputz“ :) Ich habe mich aber tatsächlich von der konventionellen zur Naturkosmetik entwickelt und meine Haut war noch nie so gut wie heute! Viele der Inhaltsstoffe aus den konventionellen Kosmetik möchte ich einfach nicht mehr in meinem Gesicht haben…

  4. inesinx sagte am :

    Hallo ! Erstmal ein großes DANKE für diesen Beitrag ! Nach ebenfalls 10 Jahren herumkämpfen mit meiner Haut (Akne, 4 Isotretionin-Behandlungen !) gibt es noch immer keine Besserungen. Aber jz habe ich wenigstens einen kleinen Hoffnungsschimmer entdeckt durch deinen Beitrag!! Ich habe meine Haut genauso eingestuft wie hier beschrieben. Fettige, schuppende und extrem trockene Haut (was ich natürlich nicht wusste bis vor kurzem, deshalb immer brav Produkte gegen fettige Haut gekauft ). Ich wüsste nicht mit was ich meine Umstellung anfangen soll, ich habe mir gedacht vl ein gutes Aloe vera gel (vielleicht kann mir wer eins beim namen nennen, es gibt so viel auswahl!?) und Produkte von Caudalie oder Kiehls zu kaufen (ölfrei, nicht comdedogen, ohne alkohol parfum usw). Außerdem wollte ich gleich einen termin für eine mikrodermabrasion ausmachen, die kosmetikerin meinte jedoch, dass die sonne bereits zu stark wäre und sie das nicht mehr mache…kann natürlich jetzt bis herbst warten :’D denkt ihr es reicht, wenn ich in der zwischenzeit mit einem enzympeeling (dachte das von annemarie börlind vl?) peele und eine gute feuchtigkeitspflege danach, eventuell serum? danke für jegliche antwort! und ganz liebe grüße an all meine seelenverwandten hier :)
    ps. wie steht ihr zum thema pille? ich hätte sie so gerne abgesetzt, hatte aber einen schlimmen akneausbruch beim letzten absetzen, der auch nach einem jahr nicht wegging und ich wieder mit der pille anfing..

    • Hey :) Vielen Dank für deinen Beitrag! Ich kann dir nur sagen, dass die Mikrodermabrasion auch im Sommer gemacht werden kann, ich werde damit jetzt nicht aufhören, du allerdings jeden Tag auf einen guten Sonnenschutz achten solltest, sowohl mit UVB als auch UVA Filter. Dann steht dem nichts mehr im Wege ;) Lass dich nicht verunsichern. Die Pille habe ich übrigens vor 7 Jahren abgesetzt. Mit ihr war meine Haut problemfrei, aber ich bin lieber fremd-hormonfrei und habe das Problem jetzt, als mit Mitte 30 nochmal alles durchmachen zu müssen. Am Ende heilt die Pille nicht, sondern hält das Problem nur auf. Und wenn man sie dann später absetzt, muss man dann nochmal durch die blöde Phase… Ich wünsche dir alles Gute!

  5. Chris sagte am :

    Wow reingeschluepft, was für ein super Beitrag, der mir viel Hoffnung gibt meine Hautprobleme in den Griff zu kriegen.

    Ein paar Fragen:
    – Welches Reviderm-Institut empfiehlst du in Berlin?
    – Gibt es verschiedene Behandlungen oder reicht das Stichwort Mikrodermabrasion?
    – Kommt noch der zweite Teil des Beitrags?

    Ich hoffe, deiner Haut geht es immer noch super!

    LG
    Chris

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